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Gerade kommt ein interessanter Bericht der türkischen Nachrichtenplattform Siyasihaber rein. In letzter Zeit gab es immer wieder Berichte und Bilder, vor allem aus Silvan und Sur, von beschmierten Häusern, auf denen Parolen wie „Ihr werdet die Kraft der Türken zu spüren bekommen“ oder „Allah reicht für alles“ gesprüht waren. Unterzeichnet waren diese religiös-nationalistischen Sprüche vom „Esedullah Timi“, den sog. Löwen Gottes.

Die Häuser in den widerständigen Vierteln waren immer direkt nach Polizei und Militäreinsätzen besprüht entdeckt worden. Bewohner_innen berichteten zudem immer wieder, dass sie unter den sog. türkischen Sicherheitskräften bärtige Männer gesehen haben, die kein türkisch sondern nur arabisch sprachen. Wer diese Organisation „Esedullah Timi“ oder diese Männer sind, weiß bis heute niemand.
Nun schreibt Siyasihaber von Berichten aus der von Daesh besetzen Stadt Minbij in Nordsyrien. Dort habe der lokale Daesh-Kommandeur Sadiq El-Sadiq zugegeben, dass es eine Spezialeinheit des IS gebe, die „Esedullah Timi“ heißt, also die „Löwen Gottes“. Diese soll unabhängig von sonstigen Befehlsstrukturen der Terrorgruppe agieren, auf die selbst er keinen Einfluss habe.
Aufgedeckt wurde das Ganze, als die Frau und der Sohn eines kurdischen Bewohners in Minbij von ISlern entführt wurden und er voller Verzweiflung den lokalen IS-Kommandanten bat, sie freizulassen. Diesem seien bei den „Esedullah Timi“ aber ebenfalls die Hände gebunden, betonte der Terrorist.

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"Auch wenn unser Blut fließt, der Sieg ist Allah gewiss"

Interessant ist nun die Namensgleichheit mit den Parolen auf den Häusern Nordkurdistans (siehe Bild). Der Verdacht drängt sich auf, dass diese Daesh-Spezialeinheit auch in der Türkei gegen die kurdische Bevölkerung kämpft oder zumindest Sympathien unter türkischen Sicherheitskräften hat. Woher wissen diese allerdings von der Existenz der bisher weitgehend unbekannten IS-Spezialeinheit? Nähere Infos gibt es noch nicht. Ich bin gespannt, ob dazu weitere Berichte folgen.

Rojda Oğuz inhaftiert

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Die inhaftierte JINHA-Journalistin Oğuz bei der Arbeit

Unterdessen kommt die Nachricht, das die vor kurzem in Van in U-Haft genommene Korrespondentin der kurdischen Frauennachrichtenagentur JINHA Rojda Oğuz nun festgenommen wurde. Ihr wird vorgeworfen Mitglied der PKK zu sein. Als Beweise dienen Posts bei Facebook und Berichterstattung über Demonstrationen.

58 tote Kinder in 5 Monaten

Die Initiative „Wir wollen keinen Krieg. Stoppt das Ermorden von Kindern“ hat heute eine Untersuchung veröffentlicht, die besagt, dass in den letzten 5 Monaten vom 26.7 bis zum 31.12 58 (achtundfünfzig)  Kinder ermordet worden sind. 56 wurden verletzt. Diese Zahlen widerlegen die Aussagen türkischer Minister, das alle getöteten Menschen „Terroristen“ seien.