Da mein Facebook-Profil nun wieder für 30 Tage wegen eines nicht mehr existierenden Posts gesperrt wurde, wird es hier nun wieder ab und zu aktuelle Türkei-Updates geben. Denn der weitere Umbau der Türkei in eine Diktatur geht jeden Tag weiter. Und darüber muss berichtet werden.

4. So werden Journalisten in der Türkei festgenommen
Eine weitere Nachricht in Bezug auf die heute inhaftierten Journalisten, die zeigt, wie mit den festgenommenen Menschen umgegangen wird. Ömer Çelik, der Nachrichtenchef der kurdischen Nachrichtenagentur DIHA, die im Oktober verboten wurde, ist heute früh in seiner Wohnung in Diyarbakir in Haft genommen worden. Um vier Uhr früh drangen die Polizisten in seine Wohnung ein, in der sich zu diesem Zeitpunkt der Journalist, seine Ehefrau, sowie seine Mutter aufhielten. Sie mussten sich auf den Boden legen und die Polizisten schlugen den Journalisten vor den Augen seiner Familie zusammen. Dabei schrien sie: „Du schreibst also Nachrichten? Dann berichte doch auch darüber. Ihr seid alles armenische Bastarde.“ Einer der Polizisten richtete eine Waffe auf den Kopf von Çeliks Mutter und rief „Warum hast du zugelassen, dass er Journalist wird?“ Die Polizisten durchsuchten seine Wohnung für zwei Stunden und nahmen ihn anschließend auf die Polizeiwache mit. (Quelle)

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3. Bürgermeisterin von Esendere festgenommen
Während heute eine Reihe von Journalisten festgenommen wurden, gehen die Inhaftierungen von kurdischen Politikern ebenfalls weiter. Heute wurde unter anderem die Ko-Bürgermeisterin und Anwältin von Esendere bei Yüksekova, Dilber Uzunköprü, wegen des Vorwurfs der „Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation“ in Untersuchungshaft genommen (Bild). In Dersim und Isparta wurden acht weitere Aktivisten, unter anderem wegen ihrer Posts in Sozialen Medien inhaftiert. (Quelle)
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2. Innenminister Soylu: Im März ist die PKK geschlagen
Es ist nicht das erste Mal, dass ein türkischer Politiker in dem 32 Jahre andauernden Bürgerkrieg zwischen dem türkischen Staat und der PKK das Ende der Guerillaorganisation ankündigt. Heute hat es Innenminister Süleyman Soylu getan: „Ost- und Südostanatolien sollten keine Regionen sein, bei denen man an Terror denkt. Die PKK wird ab dem Beginn des kommenden März erneut sehen, dass man mit diesem Land nicht spielt.
Die Ankündigung, die PKK militärisch zu besiegen, wiederholen türkische Minister seit Jahrzehnten wie ein Mantra. Was diese Politiker nicht verstehen: So lange die sozialen gesellschaftlichen Grundlagen für die Existenz der Arbeiterpartei Kurdistans nicht geändert werden, werden immer wieder solche Organisationen entstehen. In Zukunft werden diese aber vermutlich nicht so vernünftig und auf einen Friedensprozess ausgerichtet agieren, wie die PKK. Kurdische Jugendliche, geboren in den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts, tragen so viel Wut in sich, dass die zukünftigen Organisationen eher den Freiheitsfalken Kurdistans (TAK) ähneln werden. Dessen sollte sich der türkische Staat bewusst sein und erneute Friedensverhandlungen mit der PKK beginnen. Ob das allerdings mit Erdogan zu machen ist, darf bezweifelt werden. (Quelle)

1. Festnahmewelle gegen Journalisten
Mit dem heutigen Sonntag ging auch die Festnahmewelle gegen kritische Journalisten in die nächste Runde. Heute Nacht um 03:00 Uhr stürmte die türkische Polizei die Wohnung des Journalisten Tunca Öğreten und durchsuchte seine Bleibe für drei Stunden. Anschließend wurde er wegen „Mitgliedschaft in einer terroristischen Organisation“ in Untersuchungshaft genommen. Zuletzt war Öğreten Redakteur der Nachrichtenseite Diken, einer der letzten unabhängigen journalistischen Seiten in der Türkei.
Auch der Journalist Metin Yoksu wurde heute festgenommen, genauso der frühere Nachrichtenchef der kurdischen Nachrichtenagentur DIHA, die im Oktober verboten wurde, Ömer Çelik, sowie der BirGün-Journalist Mahir Kanaat.
Metin Yoksu nahm unter anderem dieses weltweit bekannte Bild der Inhaftierung kurdischer Journalisten der verbotenen Özgür Gündem Zeitung im vergangenen August auf:
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