Über Mich

Warum dieser Blog?

Kurzfassung:
Hier findest du (politisch) linke Informationen hauptsächlich zu den Themen Türkei, Kurdistan, Deutschland und meiner wissenschaftlichen Arbeit.

Langfassung:
„Noch ein Blog“ denkst du dir jetzt vielleicht. Ja, in der Tat, und zwar von mir, Kerem Schamberger, Student der Kommunikationswissenschaft und politischer Aktivist aus München.
Hier wirst du Informationen und Kommentare zu verschiedenen politischen Themen finden. Haupsächlich aus dem Nahen Osten, also Türkei, (Nord-)Kurdistan, Rojava. Aber auch aus Deutschland, Europa und anderen Ländern.
Ich schreibe hier darüber, was ich in meinem politischen und wissenschaftlichen Leben so mache, lese und denke. Das habe ich früher vor allem auf Facebook gemacht, doch in den letzten Wochen wurde ich immer öfter aufgrund meiner Posts/Berichte von Facebook gesperrt. Wieso Facebook ein Interesse daran hat kritische Berichterstattung über die Türkei zu erschweren findet ihr hier. Deshalb habe ich mich entschlossen, auf eine andere unabhängigere Plattform umzusteigen – ein klassischer Blog.
Außerdem glaube ich, dass Facebook seinen Zenith (vor allem bei jüngeren Menschen) überschritten hat.
Wer sich für eine alternative linke politische Berichterstattung auch mal jenseits von den Mainstream-Medien interessiert, die/der ist hier willkommen. Viele Informationen und Hintergründe (vor allem über die Türkei) wirst du hier zuerst finden.

Journalismus, oder was?
Das, was ich hier mache ist nicht unbedingt Journalismus. Ich würde es als politische Berichterstattung bezeichnen. Dieser Blog hat nicht den Anspruch an Objektivität. Für mich gibt es objektiven Journalismus nicht – man berichtet und schreibt immer aus einer gewissen Perspektive, nimmt Standpunkte ein, oft ohne sich dieser bewusst zu sein. Jede Gesellschaft und ihre ökonomischen Grundlagen formen unsere Wertevorstellungen der Welt – diese gilt es ständig kritisch zu hinterfragen und offenzulegen. Deshalb kommt es mir auf das vorherrschende Verständnis von Objektivität nicht an. Ich berichte von einem gewissen Standpunkt, den ich nicht verstecke oder verheimliche, sondern hier ganz explizit offen lege: Immer an der Seite der Unterdrückten, Armen und Verfolgten. (Das dabei auch Fehler passieren können ist klar)

Politik
Ich bezeichne mich als Kommunist. Dieser Begriff ist sehr dehnbar. Was ich darunter verstehe, werdet ihr in meinen Blog-Einträgen sehen. Meine politische Heimat liegt in der Deutschen Kommunistischen Partei München. Es bringt aber gesellschaftlich nichts, nur sein eigenes (parteipolitisches) Süppchen zu kochen, deshalb bin ich vor allem in anderen Zusammenhängen aktiv. Zum Beispiel in der Fachschaft Kommunikationswissenschaft an der LMU München (bis September 2016, da danach mein Studium zu Ende war). Außerdem engagiere ich mich in der Aktionsgruppe Untergiesing, das sind Menschen aus dem Münchner Stadtteil Untergiesing, die sich „um Aufklärung, Sensibilisierung und Widerstand gegen die zerstörerischen Auswirkungen des Raubtier-Kapitalismus in unserem Viertel“ bemühen.
Hauptsächlich wird es in diesem Blog aber um die Entwicklungen in der Türkei und (Nord-)Kurdistan gehen. Als Internationalist und Halb-Türke nehmen mich die Entwicklungen in dieser Region besonders mit. Und ich stehe an der Seite der Demokratischen Partei der Völker (HDP) und hier in Deutschand vor allem an der Seite des Verbands der Studierenden aus Kurdistan (YXK).
Außerdem arbeite ich als studentische Hilfskraft beim Institut für sozial-ökologische Wirtschaftsforschung (isw) mit und bin Mitglied im Verein marxistische linke.

Wissenschaft
Dieser Blog dient auch einem wissenschaftlichen Zweck. Vom 28.01.16 bis 31.03.16 habe ich mich in Uganda (und Ruanda) aufgehalten. Am 18. Februar fanden in Uganda Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Im Rahmen meiner Masterarbeit habe ich mich mit den (strukturellen) Einschränkungen der Pressefreiheit bei diesen Wahlen auseinandergesetzt. Mein Professor Michael Meyen hat die Idee gehabt, dass dieser Blog dabei als Feldtagebuch dienen kann. Dort habe ich also meine Tageserlebnisse und Tätigkeiten in Uganda dokumentiert und für interessierte Menschen nachvollziehbar gemacht. Darüber hinaus findet ihr verschiedene Dokumente, die im Rahmen meiner Master-Arbeit entstanden sind: Leitfaden für Interviews, ein Kategoriensystem, Interviews mit Journalisten, Politikern und Beamten in Uganda.
2016 stand Uganda im Fokus der wissenschaftlichen Einträge. Mit Beginn meiner Doktorarbeit im Jahr 2017 wird ein anderes Gebiet in den wissenschaftlichen Mittelpunkt rücken: Das Mediensystem Kurdistans. Mehr Informationen folgen, ihr könnt gespannt sein.

Therapie
Natürlich ist ein persönlicher Blog immer auch Selbstdarstellung. Hier konstruiere ich mich im Internet, so wie ich wahrgenommen werden will.
Warum mache ich also diesen Blog? Ich lese jeden Tag sehr viele Nachrichten aus aller Welt. Die schockierenden Bilder und Artikel lösen in mir eine gefühlte Hilflosigkeit aus. Durch meine politische Arbeit versuche ich diese Hilflosigkeit in aktiven Widerstand gegen die herrschende Politik und den Kapitalismus zu verwandeln. Dieser Blog ist eine Art Selbsthilfe – indem ich die Informationen möglichst vielen Menschen zur Verfügung stelle. Ich hoffe dabei einen (sehr kleinen) Teil der Ungerechtigkeit dieser Welt bewusst zu machen und damit noch mehr Menschen dazu zu bringen, aktiv zu werden.